Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland

FÖRDERPROGRAMM

Composers in Region II

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft:  Die Projektreihe „Composers in Region II“ der Elbland Philharmonie Sachsen widmet sich den Komponisten der Region.

Komponisten sind Tonkünstler. Sie erschaffen musikalische Welten, kreieren Botschaften. Sie lassen uns nachdenken, regen unsere Fantasie an. Ermutigen uns, heitern uns auf aber zwingen uns auch zum Innehalten. Hinter jedem Musikstück verbirgt sich ein Mensch, eine Geschichte. Und diese Geschichten sind untrennbar mit unserer Gesellschaft und unserer Kulturgeschichte verwoben.
Im Zeitalter einer vernetzten Welt wird Musik an die entlegensten Orte der Erde getragen. Musikalische Ausdrucksformen erreichen Dimensionen, die unfassbar und ungreifbar scheinen. Gerade jetzt ist es wichtig, den Fokus auf die Künstler zu legen, die in unserer unmittelbaren Nähe leben und wirken. Komponisten, die das Musikleben unserer Region geprägt haben. Kreative, die auch zukünftig unser kulturelles Leben mitgestalten.
Gefördert von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) und ihrem Ministerium im Rahmen des Programms „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschlands“ realisiert die Elbland Philharmonie Sachsen dabei vielseitige Konzert- und Sonderprojekte.

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Bernd Franke
open doors for bandoneon and orchestra (2018)
aufgeführt im 1. Philharmonischen Konzert „Neue Welten“ im Oktober 2018 im Theater Meißen, in der Marienkirche Pirna, in der Stadthalle „stern“ in Riesa, in den Landesbühnen Sachsen Radebeul

Wilfried Krätzschmar
5. Sinfonie (2019)
aufgeführt im März 2019 im Festspielhaus Hellerau Dresden  und im September 2019 in der Marienkirche in Pirna

Bernd Franke
AGNI – Konzert für Bassklarinette und Orchester (2019)
aufgeführt im November 2019 in den Landesbühnen Sachsen Radebeul und im Kulturschloß Großenhain

                

„Der Bass kann ab C gerne mehr“ oder warum eine Tubastimme nicht im Violinschlüssel notiert werden sollte
Kinderkomponistenworkshop „Musik junger Leute“ der Elbland Philharmonie Sachsen

Gespannt sitzen die Kinder auf ihren Stühlen im Orchesterproberaum der Elbland Philharmonie Sachsen. Es ist Dienstagmittag und zehn junge Komponisten im Alter von 10-17 Jahren haben den Weg nach Riesa gefunden, um zum ersten Mal zu erleben, wie ein Profiorchester ihre eigenen Kompositionen musikalisch lebendig werden lässt. Möglich macht dies der Kinderkomponistenworkshop „Musik junger Leute“. Den Dirigenten Ekkehard Klemm fest im Blick beginnt Bernhard zu erzählen, was sich hinter seiner Komposition „Das Mahnmal im Nebel“ verbirgt. Bernhard ist Schüler der Kinderkomponistenklasse Dresden und greift schnell zu seiner Partitur.
Das Orchester beginnt zu spielen. Düstere und ruhige Klangfarben breiten sich im Raum aus, Violinen schimmern beinahe glänzend durch die fein gezeichnete Szenerie. Immer wieder hinterfragt Klemm ungenaue Notationen, weist auf Unklarheiten hin oder macht den jungen Komponisten auf ganz praktische Dinge aufmerksam. Etwa, dass ein Hornist bei einem hohen E Probleme hat, den Ton perfekt zu spielen. Und dass eine Pauke nicht tiefer als das H gestimmt werden kann.
Ungewöhnliche Projekte und die Suche nach kreativen Wegen der Musikvermittlung zählen zur Basisarbeit des Orchesters. Es entstehen Kindermusicals und Ballette, die klassische Musik und bunte Jugendkultur zusammenführen. Klangreisen mit Instrumentengruppen haben sich in Kindergärten, Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien Mittelsachsens fest etabliert. Zusätzlich gibt es Kinderkonzerte, die jährlich Theater, Konzerthallen und Veranstaltungshäuser mit begeisterten jungen Konzertbesuchern füllen. Das Musikleben nicht nur für die Großen zu fördern sondern vor allem auch die junge Generation darin zu ermutigen und zu unterstützen, ihren eigenen musikalischen Weg zu gehen, ist der Grundgedanke des Workshops.
Für ihr überjähriges Projektprogramm „Composers in Region II“ erhält die Elbland Philharmonie Sachsen finanzielle Mittel im Rahmen des Förderprogramms „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschlands“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Programmatisch setzt sich das Orchester musikalisch dabei mit Komponisten der Region auseinander. Sowohl Werke verstorbener Musikerpersönlichkeiten als auch aktiver Tondichter werden musiziert. Der Komponistenworkshop „FantasieMusik“ mit einem sich anschließenden Preisträgerkonzert richtete sich im Frühjahr 2019 an studierende Komponisten der Region. Und für die jüngsten „Composer in Region“ wurde der Kinderkomponistenworkshop „Musik junger Leute“ ausgeschrieben. Im geschützten Raum des Orchesterprobensaals wurden am 3. und 4. September 2019 Werke von Kindern der Kinderkomponistenklassen in Dresden und Halle geprobt.  
Teamwork: Das Zusammenwirken von Orchester, Dirigent und Komponist ist konzentriert. Die jungen Workshopteilnehmer erleben nicht nur ihre Kompositionen zum ersten Mal in einer Klangdimension, die ihre Erwartungen übersteigt. Nein, sie spüren zudem der Arbeit eines Orchesters nach. Beobachten still, wie die Musiker auf ihre Orchesterwerke reagieren, wie mit komplexen Passagen umgegangen wird. Oboe und Kontrafagott eröffnen das nächste Stück von Damian mit dem Titel „Apocalypse“. Es herrschen Kontraste vor, erklingen Dissonanzen, über denen eine fein geführte Melodiestimme in das beginnende Chaos steuert. Es gibt eine Meldung aus dem Orchester: „Bitte meine Tubastimme nicht im Violinschlüssel notieren!“
Die Musikerinnen und Musiker applaudieren, wenn ein Stück fertig gearbeitet und durchgeprobt wurde. Und die jungen Komponisten atmen nach der intensiven und impulsiven Zeit einmal durch.
Im Anschluss an die Proben gibt es erstmal Pizza für alle jungen Teilnehmer des Workshops im Nebenraum. Es sind nicht nur Kinder und Jugendliche angereist, die ihre eigenen Werke eingereicht haben sondern auch interessierte Schüler der Kinderkomponistenklasse, die sich in diesem Jahr noch nicht getraut haben, ihre Orchesterstücke vorzustellen. Es gehört schon eine große Portion Mut dazu, seine Komposition zu präsentieren – und sei es auch nur im Probensaal. Ekkehard Klemm zieht am großen runden Tisch die soeben gearbeiteten Partituren zu sich und beginnt, jedes Werk noch einmal zu analysieren. Was ist besonders gut gelungen? Worauf muss bei zukünftigen Kompositionen geachtet werden? Worin liegt die Krux bei Notenprogrammen?
Klemm geht dabei sehr einfühlsam vor. Die Kinder und Jugendlichen freuen sich über den helfenden Input und gehen sehr offen und vertraut mit Anmerkungen um. Ob ihnen denn der Workshop gefallen hat, möchte Klemm gerne wissen. Hier sind sich alle einig und nicken begeistert mit den Köpfen. Es wird nachgefragt, ob es im nächsten Jahr eine Fortführung gibt. Und so verlassen die Kinder motiviert das Probenhaus, bereit, ihre nächste Komposition in Angriff zu nehmen, sich weiter kreativ mit ihrem Leben und ihrer Umwelt musikalisch auseinander zu setzen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Julia Gläßer

             

Workshop & Preisträgerkonzert „FantasieMusik“
Junge Orchestermusik für Kinder und Jugendliche

Im Rahmen des von der Elbland Philharmonie Sachsen initiierten und organisierten Workshops und Wettbewerbs „FantasieMusik – Junge Orchestermusik für Kinder und Jugendliche“ fand am 19. Februar 2019, 19.00 Uhr im Konzertsaal der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden das Preisträgerkonzert statt. Vorgestellt wurden kreative Orchesterwerke, die speziell für ein sehr junges Publikum komponiert wurden. Eine deutschlandweite Ausschreibung des Workshops fand bereits im Jahr 2018 statt verbunden mit der Idee, frische Konzepte und innovative Perspektiven im Bereich der Kinder-und Jugendmusik zu entwickeln. Studierende der Kompositionsklassen für klassische Musik und Jazz aus Dresden und Hamburg präsentierten ihre besten Werke einem größeren Publikum und wer weiß, ob das ein oder andere Werk nicht Impulse setzen kann und zukünftig auf den Spielplänen von Theatern und Orchestern wiederzufinden ist?
Die Preisverleihung erfolgte während des Konzerts.

          

November im Blues
aufgeführt im September 2019 im Stadtkulturhaus Freital

Auf die Bühne, fertig, los!
Bereits im Jahre 2018 haben Kinder des Soziokulturellen Zentrums Freital e.V. gemeinsam mit der Elbland Philharmonie Sachsen ein Ballettstück auf die Bühne gebracht, das klassische Musik und kunterbunte Kinder- und Jugendkultur vereint. Auch in diesem Jahr haben sich der Komponist Karsten Gundermann gemeinsam mit Kerstin Mager-Baran, Leiterin des Soziokulturellen Zentrums in Freital, und Carola Gotthardt, Geschäftsführerin des Orchesters, etwas ganz besonders überlegt: Ein Kindermusical, das von dem Novembermädchen (dargestellt von Carlotta Panica) handelt und die Welt aus einer ganz besonderen Perspektive heraus wahrnimmt.
Es singen, tanzen und spielen  Freitaler Kinder und Jugendliche, die unter professioneller Anleitung auch Bühnenbild, Kostüme und Maske hergestellt haben. Das Kreativwerden, das Mitmachen und Gestalten eines eigenen Stücks, das noch nirgendwo eine Aufführung erlebt hat, ist für die Kinder natürlich etwas ganz Besonderes. Und auch für die Musikerinnen und Musiker des Orchesters ist die Arbeit mit jungen Menschen essenziell. Berührungsängste mit klassischer Musik werden abgebaut und Kinder, die vielleicht noch nie ein Philharmonisches Konzert besucht haben, staunen über die Instrumente und die vielen Klangfarben, die den Raum erfüllen.

Vorhang auf für „November im Blues“
Der November ist gekommen: In Gestalt eines stillen und in sich gekehrten Mädchens streift er durch die Menschenwelt. Über die Tage legt sich ein grauer Schleier und kaltes, trübes Wetter umhüllt den Alltag. Das Novembermädchen versteht nicht, weshalb sie von so vielen Menschen gemieden wird, ist sie doch vielmehr ein geheimnisvoll-glitzernder Monat, der eine angenehme Stille und Ruhe in sich trägt. Die anderen Monate beobachten es, wie es mit einer gewissen Schwermut da Leben erfüllt und sind sich unsicher, wie sie sich dem Novembermädchen gegenüber verhalten sollen. Manche Monate möchten es aufheitern, andere möchten es ändern. Doch es gibt auch Stimmen, die das Novembermädchen lassen wollen, wie sie ist. Denn auch den melancholisch Leisen sollten wir zuhören…

Diese Internetpräsenz wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

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